Drucken
garbage strange little birds

Garbage „Strange Little Birds“

(PIAS/Rough Trade)
Das atemberaubende Debüt von Produzentengenie Butch Vig, Frontfrau Shirley Manson und Co. liegt bereits mehr als zwanzig Jahre zurück. Nicht wenige reagieren angesichts einer solchen Zeitspanne auf die Ankündigung eines neuen Albums mit einem überraschten „Ach, die gibt’s noch?“ „Oh ja, und wie!“, möchte man antworten. Garbage liefern mit „Strange Little Birds“ ein kleines Meisterwerk ab, das die Verletzlichkeit und Coolness des legendären Erstlings von 1995 mit neuen Ideen vereint. Ein bisschen 90er-Nostalgie ist erlaubt („Empty“), aber nur, weil epische Nummern wie „So We Can Stay Alive“, das zwischendurch etwas an Muse erinnert, oder der geniale, minimalistisch instrumentierte Opener „Sometimes“ ganz andere Facetten nach außen kehren. Garbage bleiben Garanten für melancholische Gänsehaut-Hits („Night Drive Loneliness“) und frechen Krach mit Pop-Appeal („We Never Tell“), nehmen sich aber auch die Zeit mit „Amends“ in der Tiefe zu schürfen oder in „Even Though Our Love Is Doomed“ das schwerelose Schweben im eigenen Klangkosmos zu praktizieren. Die Mischung aus Rückbesinnung und Experiment geht auf, auch dort wo Altbewährtes und Neues ineinanderfließen, wie es bei „Magnetized“ der Fall ist. Mit „Strange Little Birds“ legt das Quartett aus Wisconsin ein fantastisches Album vor, das alten Fans mit Knallern wie „Blackout“ die Freudentränen in die Augen treiben wird, aber auch das Zeug hat, neue Anhänger zu rekrutieren. Verführerisch, sympathisch verquer und verdammt gut!
Christoph Kutzer



Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Sunday the 22nd.
2016 Sonic Seducer Magazin

©