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iamx metanoia

IAMX
„Metanoia“
(Caroline/Universal)
Chris Corner gibt zu Protokoll, er habe sich nach überstandener Depression und Schlaflosigkeit neu programmieren müssen. Das Setup zum sechsten IAMX-Album hat sich gegenüber dem Vorgänger grundlegend verändert: Ein Produzent wie der renommierte Jim Abbiss, der Teile von „The Unified Field“ betreute, muss diesmal draußen bleiben. Stattdessen schloss sich Corner in seiner neuen Wahlheimat mitsamt seinen elektronischen Gerätschaften ein und ersann elf neue Songs, die zwischen glamourösem Wahn und kleinlauter Selbstbeschau changieren. Die Single „Happiness“, ein leidlich straighter Pop-Song, zeigte vorab wie üblich längst nicht alles: „Metanoia“ pendelt zwischen Extremen wie den widerborstigen Groovern „No Maker Made Me“ und „Oh Cruel Darkness Embrace Me“ und defensiveren Stücken, in denen der Brite seine Erkrankung verarbeitet: „The Background Noise“ sucht und findet Bedrohliches hinter der Fassade bürgerlichen Lebens, „Insomnia“ exorziert vorsichtshalber noch einmal die bis auf weiteres besiegten Dämonen. Beim wild um sich trampelnden „Aphrodisiac“ ist dann endgültig klar, dass mit Corner nicht gut Kirschen essen ist: Die Stimme schnappt über, die Beats werden ungemütlich – ein formidables Stück Panik-Dancefloor, nach dem allmählich alles wieder an seinen Platz fällt, bis „Wildest Wind“ ein finales Friedensangebot unterbreitet. Wir nehmen es gerne an und haben „Metanoia“ da schon längst ins Herz geschlossen.
Thomas Pilgrim




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