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2014 megaherz zombieland

Megaherz
„Zombieland“
(Napalm/Universal)
Wenn jetzt doch bitte nur alles reell zugehen wird! Dann könnten die langjährigen Münchner Industrial Rocker mit diesem achten Album zum ganz großen Schlag in ihrer Karriere nicht nur einzig ausholen. Sondern eben auch treffen! Die neuen Songs auf „Zombieland“ haben jedenfalls das Zeug dazu mit ihrer Qualität, Originalität und sogar Massentauglichkeit. Ich höre einer vollauf ambitionierten Band zu, die es jetzt mit Überzeugung so richtig wissen will. Jede einzelne Sekunde in den zehn knackigen Kompositionen der Scheibe wirkt bis ins Letzte ausgetüftelt. Selbst die zahllosen, erhebend sphärischen Synthesizer-Kaskaden und anspruchsvollste Stimmungsarrangements verstrahlen nicht wenig an zugrunde liegendem Perfektionismus. Doch von zuvor am Marketingreißbrett aufgezeichnetem, listigem Erfolgskalkül ist dieser Vortrag glücklicherweise sehr weit entfernt. Für Steriles, Seelenloses, Lasches oder nervend langweilige Monotonien im deutsch besungenen Rock-Bereich sind in diesem Jahr definitiv andere zuständig. Nicht aber diese fünf bayrischen Megaherzen, die mir an den hymnischsten und emotionalsten Stellen doch diesmal tatsächlich unter die Haut zu gehen imstande sind. Fast unmöglich, mit dieser gezielt vollmelodischen und betont griffig angelegten Art der Genreinterpretation nicht an Unheilig und, äh, natürlich auch an Eisbrecher zu erinnern. Doch Megaherz geben sich 2014 nicht die peinliche Blöße bloßer Nachäffer. Sondern sie liefern viel lieber überraschend gut und kompakt geglückte Nummern, die sich überwiegend sofort in den Ohren festkrallen können. Selbst in den vielen balladesken Passagen voller Hingabe und Sehnsucht verhält es sich ebenso abwechslungsreich wie abnutzungsfrei. Sänger Lex fügt sich mit seiner vollständig ausgeloteten Stimmpalette hervorragend in die fein eingespielte Instrumentalsektion ein. Möge ihnen also die Gerechtigkeit hold sein.
Markus Eck


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