CD-Rezension / Review / Kritik

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Struck9 Ritual Body Music CD Cover

Struck9 „Ritual Body Music“

(EK Product/Audioglobe)
Die lateinamerikanischen Länder sind auf der musikalischen Landkarte nicht unbedingt diejenigen, an die man bei Electronic Body Music als erstes denkt. Doch der Eindruck täuscht: tatsächlich floriert die EBM-Szene dort seit geraumer Zeit, sei es in Mexiko, Chile oder Kolumbien. Aus letzterem Land stammt das Duo Struck9 – ja, richtig, hat man irgendwann schon mal gehört, denn vor gut zehn Jahren haben die beiden Herren aus Medellin mit ihrem Debüt „Democracy“ in Insiderkreisen für Aufsehen gesorgt. Dieser Tage schießen die Ebbheads mit „Ritual Body Music“ nach – und zwar ordentlich! Was das Duo hier macht, ist nichts weniger – oder mehr! – als Spetsnaz 2.0, sei der Vergleich gestattet: Einflüsse von Ikonen wie Nitzer Ebb, Pouppée Fabrikk, SA42 oder ganz alter And One-Releases sind deutlich hörbar als Reminiszenzen vorhanden, doch Struck9 sind weit davon entfernt, sich in die Reihe der zahllosen 1:1-Epigonen zu begeben. Vielmehr liefern sie astreine Oldschool-EBM im Newschool-Gewand und mischen eine gute Portion tribalige Ritual-Elemente darunter (wie schon der Albumtitel vermuten lässt). So schaffen sie eine bisher nie dagewesene Soundmischung. Dazu gibt es zwei mehr als amtliche Remixe von Atropine und Autodafeh, die den Release abrunden. Macht so definitiv jeden Anhänger der klassischen Electronic Body Music glücklich.
Catrin Nordwig

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2018.
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Thursday the 13th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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