CD-Rezension / Review / Kritik

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The Raudive Future Transmissions CD Cover

The Raudive „Future Transmissions“

(Unknown Pleasures Records)
So very British, so Eighties – so klingen The Raudive aus Cambridge, die 2015 mit ihrer Debüt-EP „Ghost Box“ für erste Furore im gitarrigen Wave-Underground sorgen konnten. Auf dem nun via Unknown Pleasures veröffentlichten ersten Longplayer „Future Transmissions“ führt das Trio seine Melange aus einer wavigen Post-Punk-Basis versehen mit Minimal Synths-Elementen konsequent fort. Mitunter werden so Erinnerungen an Granden wie Sad Lovers & Giants und UV Pop wach. Stärkste Nummer des Longplayers ist sicherlich „Get To Me“ mit den wunderbar leidenden Flangergitarren, den retro-futuristischen Keyboardflächen und der typischen 80er-drei-vor-drei-zurück-Rhythmik. Ihren doch etwas ungewöhnlichen Namen hat die Band übrigens in Anlehnung an den lettischen Parapsychologen Konstantin Raudive gewählt. Während seiner letzten zehn Lebensjahre erforschte Raudive das „Elektronische Stimmen-Phänomen“ (EVP) und war auf diesem Fachgebiet führend. Mit Hilfe eines Physikers und eines Elektronikers speicherte er unter strengen Laborbedingungen etwa 72.000 „Totenstimmen“ (Raudive Voices) auf Tonband. Er veröffentlichte etliche Bücher, in denen er dieses Phänomen dokumentierte und erläuterte. Ganz so makaber geht es auf „Future Transmissions“ dann doch nicht zu, eher melancholisch, aber irgendwie immer mit einem kleinen Hoffnungsschimmer versehen.
Thomas Thyssen

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2017.
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Monday the 23rd.
2017 Sonic Seducer Magazin

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