CD-Rezension / Review / Kritik

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pink turns bule the aerdt untold stories

Pink Turns Blue
„The AERDT – Untold Stories“
(Orden Records Berlin)
Sänger und Mastermind Mic Jogwer hat den postpunkigen Sound von Pink Turns Blue wieder auf einen schlanken Fuß gestellt – und ihm ist auf diese Weise ein wirklich gutes, puristisches Album gelungen. Schon der erste Song „Something Deep Inside“ ist ein Abstieg in die Tiefen der eigenen Seele, der wegen der brillanten Harmonie von Gesang und Basslauf perfekt funktioniert, während Gitarre und Piano eher flankierend eingesetzt werden. Beim als Radio-Single deklarierten „Dirt“ muss man sich eventuell an die etwas penetranten Keyboardharmonien gewöhnen, die den ansonsten eingängigen und tanzbaren Song begleiten. Es ist erstaunlich, dass Jogwer mit dem neuen Album den Bandsound wieder an die ersten beiden Alben anlehnt, ohne dabei direkt nach 80er zu klingen. Seine Songs kommen frisch rüber, er beherrscht zarte Balladen („Give Me Your Beauty“) genauso wie Shoegaze-Gedröhne („NYC Breakdown“), wobei er seine Gefühle herausschreit. Das sehr emotionale, tiefschwarze „Tomorrow Never Comes“ kommt zunächst nur begleitet von sanften Streichern und einem Bass daher, um dann die Gitarren weinen zu lassen – der Song handelt vom langsamen Sterben eines Freundes. Jogwer sind wieder zehn Songs gelungen, die sich perfekt in die ohnehin empfehlenswerte Diskografie von Pink Turns Blue einreihen. Brillant seit mehr als 30 Jahren.
Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2016.

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