CD-Rezension / Review / Kritik

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Miracle The Strife Of Love In A Dream CD Cover

Miracle „The Strife Of Love In A Dream“

(Relapse/Rough Trade)
Eine Kapelle, die sich Miracle nennt?! Okay, Jungs, dann müsst ihr aber auch entsprechend liefern. Etwas Atemberaubendes kredenzen, etwas noch nie Dagewesenes. Zumindest aber mal etwas Überraschendes. Die Realität auf dem zweiten Album des englisch-amerikanischen Duos sieht jedoch weitaus bescheidener aus: Das Gros der acht Songs trieft eher vor dickflüssiger Synthie-Esoterik als vor musikalischem Einfallsreichtum. Lediglich beim wohlfeil elaborierten „Night Sides“ spitzt man ob einiger gut gesetzter Sounddetails gerne mal die Ohren. Und auch das mit einem 80er-Keyboard eingeleitete „Sulfur“ kann kurzzeitig gefallen. Doch beide Nummern kranken an der gleichen Schwäche wie das komplette „The Strife Of Love In A Dream”: Mit der Zeit versanden die guten Ideen oder werden von ungleich schlechteren erst abgedrängt und schließlich kannibalisiert. Insofern offerieren Miracle auch nicht per se ein schlechtes Album, sondern vielmehr ein Album der schlechten Entscheidungen. Und wenn man von diesen zu viele trifft, weiß jeder, wie das letztlich ausgeht: jedenfalls definitiv nicht Wunder-bar!
Marc Urban

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2018.
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