CD-Rezension / Review / Kritik

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Megaherz Komet CD Cover

Megaherz „Komet“

(Napalm/Universal)
Reife Leistung! Hatten die Münchner NDH-Linientreuen mit der 2015er EP „Erdwärts“ ein bemerkenswert markantes Zeichen gesetzt, katapultiert sich die bis in die Haarspitzen motivierte Allrounder-Combo um Sänger Lex diesmal auf bislang höchste Ebenen. Der aktuelle Nachfolger zum 2014 veröffentlichten Langspieler „Zombieland“ zeigt Megaherz nicht nur von der am meisten überzeugenden, sondern auch von der bewegendsten Seite. Musikalisch wie textlich wirkt hiermit eine vollkommen kompakte, perfekt aufeinander eingespielte Einheit, die jeden noch so kleinen Bereich der eigenen Kreation völlig reibungslos, homogen und effizient funktionieren lässt. Völlig egal kann es dabei sein, ob mit urgewaltiger Spielfreude schweißtreibend ins Epizentrum der Bewegungsmotorik abgerockt wird, ob es auf feinmelodisch gefiederten Monumentalschwingen zu fulminanten Hitmomenten führt oder ob balladesk getränkte, gezielt aufwühlende Rührstücke die ganze Gefühlswelt penetrieren. Denn dieser prächtige „Komet“ schweift gänzlich mit strahlend leuchtender, raffinierter Schaffensklasse aus! Überwältigend mächtig produziert, jeweils bullig böllernd, scharfkantig schneidend, massiv stehend, rebellisch trotzend oder plüschweich verwöhnend-bettend, schaffen es die neuen Nummern der bajuwarischen Musterbeispiele allesamt sofort, mich für sich zu begeistern. Schön brachial schlagende, barsch drückende Rammstein-Reminiszenzen, poetisch gestimmte Unheilig-Nuancen und eine ganz gehörige Portion an ausgefuchst umgesetzter, weiterentwickelter NDH-Modernität mit mannigfaltiger Synth-Glorie sorgen neben typischer Megaherz-Identitätsfülle für eine enorm abwechslungsreiche Achterbahnfahrt sämtlicher Sinne. Für „Komet“, lyrisch primär erfüllt von erleuchtend intelligent ausformulierter Sozialkritik, knüpfte Hörbuchautor Lex seine bis dato tragfähigsten und bedeutungsvollsten Wortketten. Und genauso singt der Mann jetzt auch, aus tiefster Seele heraus, authentischer und ehrlicher geht’s einfach nicht. Pathetische Rezensenten-Schreibe? Um sich vom absoluten Gegenteil überkommen zu lassen, am besten so laut wie möglich „Scherben bringen Glück“ anhören! Ein Album also für fast alle Gelegenheiten: perfekt zum Aufputschen, prima zum Feiern, passend zum Sinnieren, hilfreich zum Träumen, fein fürs Gespür - verdammt wirkungsvoll eben für ein rasches Besserfühlen. Bravo!
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
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