CD-Rezension / Review / Kritik

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Lord Of The Lost Swan Songs II CD Cover

Lord Of The Lost „Swan Songs II“

(Napalm/Universal)
Vor zwei Jahren haben es Lord Of The Lost mit einem Paukenschlag vollbracht, alte und ebenso neue Fans mit ihrer Performance der „Swan Songs“ - die vor fesselnder Urgewalt und epischer Kraft nur so strotzte - in den Bann zu ziehen. Jene Intensität, die den Stücken in dem orchestral-akustischen Gewand innewohnte, war imposant, die völlig neue Anmutung durch die Macht eines Sinfonieorchesters beeindruckend. So verwundert es nicht, dass auch die Band selbst von dieser Erfahrung absolut begeistert war und jetzt zur Fortsetzung der Erfolgsgeschichte schreitet. Mit „Swan Songs II“ leben die Hamburger Dark Rocker erneut ihr klassisch-symphonisches Künstlerherz aus und kredenzen ein in die Tiefe gehendes Ensemble-Werk, das so ziemlich alle Gefühlswelten durchdringt: Von theatralischer Dramatik, melancholischer Sehnsucht, zarter Fragilität bis hin zur inbrünstiger, pompöser Vehemenz und druckvollem Pathos. Es ist erstaunlich, wie facettenreich sich die zehn brandneuen, eigens für das Projekt komponierten Nummern à la „Lighthouse“, „Wander In Sable“, „Fall Asleep“, „The Broken Ones“ oder „Waiting For You To Die“ behaupten und mit cineastisch-opulenten Arrangements und majestätischem Orchestersound für wohlige Gänsehautmomente sorgen. Frontmann und Sänger Chris Harms lässt sich spürbar auf dieses Akustikexperiment ein, passt seinen Gesang in allen Nuancen der puren, sehr authentischen Atmosphäre perfekt an und trägt die Platte entscheidend. So entsteht eine wunderbare Symbiose aus symphonischer Schönheit und Eleganz, bitterbösen, oftmals brachialen Texten und einer charismatischen Stimme. Wirklich verlockend.
Jasmin Froghy

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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