CD-Rezension / Review / Kritik

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Jyrki 69 Helsinki Vampire CD Cover

Jyrki 69 „Helsinki Vampire“

(Cleopatra Records)
Das letzte The 69 Eyes Album „Universal Monsters“ ist gerade mal ein Jahr alt und dennoch legt Frontrocker Jyrki Linnankivi alias Jyrki 69 schon einen musikalischen Fledermausflügelschlag nach, wobei „Helsinki Vampire“ nicht als typisches Soloalbum gelten kann. Der umtriebige Mr. Goth’n’Roll erweitert mit dem in Kooperation mit Produzent Johnny Lee Michaels entstandenen Werk lediglich sein breitgefächertes Repertoire um eine Facette. Neben seinem amerikanischen Rockabilly-Projekt The 69 Cats zeichnet der Finne Comics und schreibt Rock’n’Roll-Kurzgeschichten, so dass man sich fast fragen möchte, wo Mr. Jyrki 69 seine Energie hernimmt. Fakt ist, dass er mit „Helsinki Vampire“ ein Album vorlegt, das bis auf die Singleauskopplung „Last Halloween“ wenig Züge eines typischen The 69 Eyes Albums trägt. Ob der Opener „Ad Infinitum“, „Call Of The Night“ oder „Perfection“ – hier steht ganz klar die Atmosphäre im Vordergrund und unterstreicht die Handschrift von Soundtüftler Michaels, der nahezu komplett für die gesamten Songs inklusive der Instrumentalisierung verantwortlich zeichnet. Die Symbiose der zwei Musikverrückten funktioniert beeindruckend gut und so verfolgt man dann auch mal ganz weltentrückt andere Ziele als sonst bei der langwährenden Kooperation hinsichtlich The 69 Eyes. Dass man sich in den Tracks „Close Your Eyes“, „In Your Dreams“ und „Sayonara“ für einen russischen Streifen, in dem Jyrki 69 auch als Schauspieler zu sehen ist, besonders experimentell ausgetobt hat, zeugt davon, dass bei dem Frontmann noch viel Neugierde für bislang unberührte Pfade vorhanden ist und er sich auch gesanglich längst nicht auf den etablierten Gothic Rock festnageln lässt.
Medusa

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07/2017.
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