CD-Rezension / Review / Kritik

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k x p iii part 2

K-X-P
„III Part 2“
(Svart/Cargo)
Merkwürdiger Zufall oder schicksalhafte Fügung? Am Wochenende auf der Autobahn mal wieder Bock auf den gleichnamigen Meilenstein von Kraftwerk empfunden. Und anschließend - aufgrund unerklärlicher Umstände - einer plötzlichen Lust auf T-Rex (!) nachgegeben. So etwas passiert. Aber tags drauf mit einem Album konfrontiert zu werden, dem es gelingt, die Stringenz prototypischer Kraut-Elektronik mit dem pumpenden Groove von extrem stilisiertem Farce-Rock zu kreuzen, lässt schon den Verdacht aufkommen, irgendein Gott, der zugleich ein DJ ist, habe seine Finger im Spiel. Wie auch immer: Timo Kaulolampi („K“), Tuomo Puranen („P“) sowie zwei Schlagzeuger, die sich das „X“ teilen, führen ihr Vexierspiel aus kontrollierter Ekstase und kosmischer Erdung auf dem zweiten Teil von „III“ unbeirrt fort. Was kaum verwundert, da beide Teile aus einer Session hervorgegangen sind. Doch während der vor einem Jahr veröffentlichte erste Teil bevorzugt mit nachdrücklicher Schwere zu Potte kam, erweist sich die Fortführung als ein durchgängig entrücktes Dokument des Ballastverlusts. Kaum ist der etwas unspektakuläre Opener „Winner“ verklungen, möchte man sofort die Hufe schwingen. Ab auf den „Freeway“ und von dort aus, wenn es sein muss, direkt bis zum „Air Burial“, letzte Ausfahrt „Transuranic Heavy Elements“, durchbrettern. Wenn Dark Techno Glamrock zu einer Staumeldung aufgrund von Bergungsarbeiten führt, dann dürften eher K-X-P als der himmlische DJ dafür zur Verantwortung gezogen werden.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.

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