CD-Rezension / Review / Kritik

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keep of kalessin epistemology


Keep Of Kalessin
„Epistemology“
(Indie/Soulfood)
Die längere Wartezeit seit ihrem 2010 erschienenen letzten Album „Reptilian“ machen die gigantisch findigen Norweger im Nu bei mir vergessen. Denn „Epistemology“ ist aufwühlend vielschichtig, reißerisch zupackend als auch anspruchsvoll komplex geworden. Und dabei dennoch so verdammt griffig und eng fesselnd, dass es die reinste Pracht darstellt. Keep Of Kalessin haben ihre Pause kreativ definitiv optimal genutzt. Maincomposer, Sänger und Gitarrist Obsidian C. besann sich beim reinen Songwriting zwar hörbar auf das Wesentliche, hat dieses jedoch instrumentell auf einen regelrechten spieltechnischen Diamantenthron hinauf gehievt. So zelebrieren sie auf dem sechsten Langdreher nun allerhöchste Melodic Black Death Metal-Kunst, die wie mit der Präzision von Schweizer Uhrwerken rhythmisiert ist. Immens beeindruckend ist es auch, wie cineastisch visionär, wie adlig symphonisch und wie rauschhaft opulent der modern angelegte Gesamtsound aus den Boxen tost und prasselt. Und vor allem, dass die Typen das alles in Triobesetzung auch noch so übermannend episch hinkriegen! Der jederzeit punktgenau umgesetzte Einfallsreichtum auf dem Album ist sensationell. Ja, dermaßen originell, spritzig und ungestüm gehen die drei auf dieser absoluten Knüllerscheibe vor, dass das Teil doch glatt im Bereich von Frischzellenkuren als Patientenbeschallung Einsatz finden sollte.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

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