CD-Rezension / Review / Kritik

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kampfar djevlmakt

Kampfar
„Djevelmakt“
(Indie/Soulfood)
Zwanzig lange Jahre haben sie auf dem stets tapfer geschundenen Viking Metal-Buckel. Eigentlich kaum zu glauben, wenn man sich „Djevelmakt“ in die Lauscher presst. Denn taufrisch, unfromm und dafür umso freier erschallt gleich der Leben in den Geist bringende Opener „Mylder“. Dieser wurde für den Einstieg in den neuen Kampfar-Langspieler optimal gewählt. Schließlich verdeutlicht dieser sechseinhalbminütige Wonneproppen die neueste Direktive der vielfach respektierten norwegischen Steher überaus anschaulich. Aggressiv, verdunkelnd, geheimnisvoll, naturmystisch und gefährlich beschwörend geht es auch in den sieben folgenden Nummern weiter. Und jederzeit verstehen es Kampfar während ihrer aktuellen Darbietung einfach blendend, dass sich Klangdruck und Liederstimmungen gegenseitig unterstützen. Noch ein Quäntchen progressiver sind die neuen Songs geworden als die des 2011er Vorgängers „Mare“. Dennoch bleiben die Kerle um Vokalist und Gebirgsfreak Dolk ihrem altbewährten, ergiebig dynamischen Stil grundsätzlich treu. Abgedeckt wird - primär in mittleren Tempi - eine außergewöhnlich breite, typisch skandinavisch und kühl tönende Vielfalt an allerlei extremen Emotionen und Zuständen. Der oftmals stark epische Soundtrack dafür erschließt sich ebenso bohrend penetrierend wie erhaben atmosphärisch. Klassisch nordische Folklore-Parts inklusive. Homogen ausgelebte Black- und Pagan Metal-Querverweise können das Ganze hinsichtlich Intensität und Spannungsbögen noch potenzieren.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2014.

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