CD-Rezension / Review / Kritik

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Thomas P. Heckmann Body Music CD Cover

Thomas P. Heckmann „Body Music“

(Monnom Black)
Allen, die sich noch an „Housefrau“ erinnern, die in den neunziger Jahren einzige reine Techno-Sendung im deutschen Musikfernsehen (wer fragt da „Was ist Musikfernsehen?“), dürfte auch Thomas P. Heckmann bekannt sein. Als Hintergrundmusik war dort nämlich „Amphetamine“ von Heckmanns Alias Drax Ltd. II zu hören – ein fiebriger Hardtrance-Brecher, der inzwischen längst als Klassiker des Genres gilt. Gut möglich, dass der neue Longplayer des Mainzers bald zu ähnlichen Ehren kommt: Wer bei diesen 14 Tracks nicht zuckt, sollte vorsichtshalber überprüfen, ob er nicht schon komisch riecht. Dass Heckmann seine Einflüsse ähnlich wie die Kollegen Terence Fixmer oder Dave Clarke nicht zuletzt aus EBM und Industrial bezieht, verdeutlicht bereits der Albumtitel, doch ungeachtet dessen rüttelt „Body Music“ die morschen Knochen jenseits stilistischer Beschränkungen durch. Dicke Bässe und seismographisch bedenkliche Beats verstehen sich von selbst – hinzu gesellen sich im Opener „Provide The Future“ die Rhythmusspur von Afrika Bambaataa & The Soulsonic Forces Kraftwerk-inspiriertem HipHop-Klassiker „Planet Rock“ und bei „Bodywrap“ fleischfressende Acid-Lines, während „No Saint“ eine groß auftrumpfende Hommage an Liaisons Dangereuses’ „Los Niños Del Parque“ inszeniert. Und wem das nach über 70 brettharten Minuten noch immer nicht genug Knarz, Schranz und Veitstanz ist, der greife zu den Releases „Electronic Body Music“ und „EBM Manifest Part 1“ aus Heckmanns Backkatalog. Es gibt noch viel zu zertrampeln.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2018.
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