CD-Rezension / Review / Kritik

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Florian Grey Ritus CD Cover

Florian Grey „Ritus”

(Echozone/Bob-Media)
Ob Florian Grey es dem berüchtigten Dorian Gray gleichtut, also unveränderlich jung bleiben wird, um dadurch die zeitgenössische Welt zu betören, ist bislang nicht überliefert. Ohne Zweifel aber gelingt es ihm, mit seinem zweiten Werk ein anderes magisches Flair aufrechtzuerhalten und auszubauen: in seinem Fall ein akustisches. Gut zweieinhalb Jahre nach dem Debüt „Gone“, welches atmosphärischer, balladesker ausgelegt war, legt der Künstler mit „Ritus“ ein Album vor, das treibender, dunkler und härter ausgefallen ist. Im organischen Zusammenspiel mit seinen neu hinzugekommenen Bandmitstreitern versteht es Grey, den eigenen Charakter beizubehalten und ihn dennoch mit neuen, wühlend-leidenschaftlichen Facetten anzureichern. Gehaltvoller Indie/Dark-Rock, breite Gitarrenwände, düster-melodische Vokallinien, Keyboard- und Piano-Elemente, Kulminierungen von Sounddichte, sogar Ausflüge in Glam-Rock-Bereiche werden in diesem Songreigen dargeboten. Zum Inhalt erfahren wir vom Urheber, dass es vornehmlich um Liebe und Hass, um Angst und Leidenschaft sowie um Rache und Erlösung – also um das tägliche Leben – geht. Der Fokus einstiger Kreativität lag vor allem auf dem Lebensbereich Liebe; und also wird deutlich: auch hier wurde die Palette der Komponenten erweitert. Der Hörer mag sich zuweilen an HIM erinnert fühlen, auch an Achtziger-Bands, an Cheap Trick oder London After Midnight, an zeitlose Dunkel-Balladen: Grey verbindet all solche Einflüsse zu einer verdammt eigenständigen Kunstform.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2018.
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