CD-Rezension / Review / Kritik

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Hämatom Bestie der Freiheit CD Cover

Hämatom „Bestie der Freiheit“

(Columbia Records/Sony)
Die „Bestie der Freiheit“ ist entfesselt! Das machen Hämatom schon auf dem Opener ihres neuen Albums klar: „Zeit für neue Hymnen“ ist ein stampfender Brecher mit ordentlich Druck unter der Haube. So zeigen sich die vier Franken auch auf der „Bestie der Freiheit“ wie gewohnt bärbeißig und spitzzüngig, etwa wenn es mit der vollen Breitseite gegen Stammtischparolen oder Hobby-Populisten geht („Wehleidige Monster“). Doch stehen die Zeichen nicht nur thematisch auf Sturm, die „Bestie der Freiheit“ gleicht auch musikalisch einem Befreiungsschlag der Freaks: Denn selten hat man Nord stimmlich derart klar und verletzlich erlebt wie in „Bis zum letzten Atemzug“, selten haben Hämatom mit zugleich wütenden wie verzweifelten Songs wie „Warum kann ich nicht glücklich sein?“ einen derart tiefen Einblick ins eigene Seelenleben erlaubt. Ob mittelalterlich anmutende Spinetts, imposante Orchester und Chöre oder Dubstep-Partysongs, alles ist erlaubt und jeder musikalische Freiraum ausgenutzt – und das alles in einer fetten Produktion, in welcher vom Bass bis hin zu den Drums die Musik einen satten, volltönenden Klang besitzt. In diesen Nährboden pflanzen Hämatom ihre Wut und Mittelfinger-Attitüde gegen den Rest der Welt.
Leoni Dowidat

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
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