CD-Rezension / Review / Kritik

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Hexa Factory Photographs CD Cover

Hexa „Factory Photographs“

(Room40/a-Musik)
2015 zeigte die Gallery Of Modern Art im Rahmen einer großen David Lynch-Retrospektive Photographien, Installationen, Skulpturen und Bilder des umtriebigen Künstlers, der immer noch häufig ausschließlich als Regisseur wahrgenommen wird. Für die Ausstellung suchten Lynch und sein Studio nach passenden begleitenden Beiträgen. Das akustische Gegenstück zu den „Factory Photographs“ liefert das Duo Hexa, bestehend aus Lawrence English und Jamie Steward. Lynchs Photographien zeigen stillgelegte Fabriken in unterschiedlichen Zuständen als Orte abseits der Natur, jedoch voller eigener Schönheit. Hexas akustische Reflexion von Lynchs Photos erfüllen diese Orte wieder mit Leben. In verlassenen Hallen ertönt das Echo vergangener Arbeitsprozesse an schweren Geräten, die hier schwere Rhythmen erzeugen, während es aus anderen Ecken schrill pfeift. Industrial – nicht im historischen Sinne von Throbbing Gristle, sondern geschickt arrangierte Klangeindrücke aus der Fabrik, inszeniert als eigensinnige Form von Ambient – und damit zumindest auf der klanglichen Ebene als mittelbare Folge des klassischen Industrials zu verorten.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2016.
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Tuesday the 22nd.
2017 Sonic Seducer Magazin

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