CD-Rezension / Review / Kritik

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Marc Heal The Hum CD Cover

Marc Heal „The Hum”

(Armalyte Industries)
Seit den späten Achtzigern ist Marc Heal in der Szene tätig; sein erfolgreichstes Musikprojekt dürfte wohl das in den frühen Neunzigern für linde Furore sorgende Cubanate sein. Er schrieb vor einiger Zeit ein Buch über Satanismus und widmete sich ab und zu wieder musikalischen Kooperationen – zum Beispiel mit PIG-Ikone Raymond Watts. Nun kehrt der Künstler mit einem in Singapur produzierten Soloalbum zurück, dessen Klangwelt nach wie vor im weiten Feld des Industrial einzuordnen ist, aber im Vergleich zu Cubanate insgesamt organischer, zurückhaltender, vielschichtiger wirkt. Es erklingt Industrial Rock mit EBM-Anleihen, Urban Underground Groove Rock, Songs kaum verschleierter Schmerzhaftigkeit voller zuweilen aggressiver, dann wiederum eher sehnsuchtsvoll leidender Leadstimmen. Aufrüttelnd und authentisch wirken die Lyrics, die von einfühlsamer Beobachtungsgabe, surrealer Bildkraft und schlichtweg echt wirkenden Zornesaufwallungen geprägt sind; der Hörer mag den Eindruck erhalten, als würde eine nächtliche Wanderung durch eine endzeitige Stadt des Niedergangs geschildert. Hier trifft zeitlose Klangkunst auf Achtziger- und Neunziger Electro-Rock mit Anklängen an David Bowie, London After Midnight, Gary Numan: mit solchen Begrifflichkeiten lässt sich dieses leicht verstörende und gerade deswegen sehr mitreißende, in der Tat authentisch wirkende Klangwerk sicherlich passend umschreiben.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2016.
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Tuesday the 20th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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