CD-Rezension / Review / Kritik

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Gasmac Gilmore Begnadet für das Schöne CD Cover

Gasmac Gilmore „Begnadet für das Schöne“

(Soundtopeople/Sony)
Balkan Beats und Gypsy-Party, Klezmer-Klänge und Polka-Wahnsinn erfreuen sich zwischen Russkaja und Django 3000, Gogol Bordello und Berlinski Beat in verschiedensten Facetten großer Beliebtheit. Gasmac Gilmore liefern die tanzbare Leichtigkeit und sonnige Melodiösität der genannten Folklorespielarten, fahren aber immer wieder gezielt mit einem mächtigen Gitarrenbrett dazwischen, was ihrer Musik eine besondere Energie verleiht. Nicht nur in diesen brachialen Passagen, sondern auch in den sehnsuchtsvoll-emotionalen Harmonie-Vocals von Songs wie „Hier kommt die Braut“ erinnern die vier Wiener an System Of A Down. Das macht Laune. Gratulieren kann man den Herren nicht nur zu einem musikalisch ausgesprochen vielseitigen Album, das Lieder von Schwermut bis Leichtsinn versammelt, sondern auch zur Entscheidung, dieses Spektrum erstmals komplett in deutscher Sprache abzudecken. Rebellion? Wie wäre es mit „Pistole im Mund“? Romantik? „Manchmal“ ist eine Ballade, die in Walzer übergeht. Und „Lieb Dich, Baby?“ Lasst Euch überraschen und anstecken. Das Ding ist ein verdammter Hit. Newcomer sind die 2002 gegründeten Österreicher nicht. Eine Neuentdeckung aber sind sie allemal wert. Reinhören!
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2017
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Wednesday the 22nd.
2017 Sonic Seducer Magazin

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