CD-Rezension / Review / Kritik

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gazpacho demon

Gazpacho
„Demon“
(Kscope/Edel)
Mit nichts Geringerem als einer bösen, die Jahrhunderte überdauernden Macht beschäftigen sich die Norweger Neo-Prog-Rocker von Gazpacho auf ihrem achten Studioalbum. Als Inspirationsquelle diente ein altes in einem Prager Apartment gefundenes Manuskript. So mystisch wie seine lyrische Basis ist das neue Werk des Septetts geworden. Wie der „Demon“ die Jahrhunderte durchwandert, tänzelt auch die Musik zwischen menuettesken Melodiebögen, malerisch-fließenden Keyboardläufen („The Wizard Of Altai Mountain“), spannungsgeladenen Elektronika-Einsätzen und bluesigen Backgroundvocals („Death Room“). Bei aller Melancholie und Abgründigkeit schaffen es Gazpacho, selbst einem fast 18-minütigem Schlusstrack wie „Death Room“ eine zu Titel und Spielzeit konträr stehende Kurzweiligkeit und Unbeschwertheit abzugewinnen. Das liegt zum einen an dem vermehrten Keyboardeinsatz, der auf „Demon“ die Gitarre von ihrem Thron stößt und eine ganz wunderbare Symbiose mit den luftigen Vocals von Jan-Henrik Ohme eingeht. Gleichzeitig tischen Gazpacho in einem Song gut und gerne mal bis zu vier unterschiedliche musikalische Themen auf, sodass von Längen keine Rede sein kann. Aber es wird nicht chaotisch, stattdessen klingt hier alles immer noch unglaublich rund. Das muss man erst mal können.
Hannah M. Seichter

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2014.


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