CD-Rezension / Review / Kritik

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geinst nait laurent petitgand je vous dis


Geins’t Nait & Laurent Petitgand
„Je Vous Dis“
(Ici D’Ailleurs)
Um Geins’t Nait war es lange ruhig geworden. Zwischen den beiden Alben „c/o Lisa“ und „Si J’Avais Su, J’Aurais Rien Dit“ herrschte beinahe zwei Jahrzehnte Funkstille. Die Veröffentlichungsfrequenz steigt nun langsam wieder und Laurent Petitgand wird zum festen Partner. Auf sein Konto gehen unter anderem Scores für Wim Wenders und Paul Auster. Mit Geins’t Nait gemeinsam trat er erstmals in den mittleren 80ern in Erscheinung. Der musikalische Werdegang der Akteure könnte kaum unterschiedlicher sein, fusioniert aber dennoch oder grade deshalb zu einer nahtlosen Einheit. „Je Vous Dis“ dockt an jene Phase des 80er Post-Industrials an, der weniger auf Schockelemente denn auf komplexe musikalische Strukturen setzte. Aus unzähligen musikalischen und amusikalischen Elementen entsteht eine Musik, die ihre Stimmungen zwischen Melancholie und Angst vornehmlich über das Sounddesign erzeugt. Das Dickicht aus Klängen wird zum Irrgarten, in dem Stimmen aus dem Nichts den Hörer in die Irre leiten, während unaufhaltsam die Dunkelheit hereinbricht. Tipp für Freunde des Fatalismus auf hohem Niveau.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

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