CD-Rezension / Review / Kritik

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gazelle twin unflesh

Gazelle Twin
„Unflesh“
(Anti-Ghost Moon Ray/Cargo)
Nur mal angenommen: in einer stockdunklen und regnerischen Nacht treffen sich – nicht ganz zufällig – Peaches, Prince und Iggy Pop im Hinterhof einer neo-heidnischen Kultstätte und beschließen, gemeinsam am Score für eine Comicverfilmung zu arbeiten. Mit dem richtigen HipHop-geschulten Produzenten am Mischpult könnte das Ergebnis ähnlich klingen wie Gazelle Twins Zweitling „Unflesh“. Elizabeth Bernholz hat mit Unterstützung von Co-Produzent Benge sowie einer respektablen Auswahl von Vintage-Synths in ihrem Heimstudio ein Dutzend Tracks produziert, für die obige Beschreibung nicht abwegig ist. Das Unbehagen, welches bereits auf ihrem Debüt „The Entire City“ unter der Oberfläche des Dreampops schlummerte, bricht aus dem neuen Material vollends heraus – Songtitel wie „Exorcise“, „Good Death“ oder „I Feel Blood“ sprechen Bände. Urbane Musik für verlorene Innenstädte.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2014.


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