CD-Rezension / Review / Kritik

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Ektomorf Fury CD Cover

Ektomorf „Fury“

(AFM/Soulfood)
Verdammt, „Fury“ ist die reinste Vernichtung! Ihrem einstigen, aus der damaligen Musikmode entstandenen Metalcore-Stil längst entwachsen, fanden die ungarischen Wüteriche in den letzten Jahren immer mehr zu ihrer ganz eigenen Version von stark Groove-lastiger, urwütender Walzenkraft. Das neue Album wirkt vom Fleck weg kompakt, findig und überzeugend. Die Experimente der vorhergehenden Longplayer gehören damit der Vergangenheit an. Der rasant stürmische, fulminant durchbrechende Opener „Prophet Of Doom“ haut gleich so mächtig rein, dass beide Fäuste ruckartig geballt in die Höhe schnellen. Sagenhaft, auch das Solo im Mittelteil, Ektomorf im haltlosen Adrenalinrausch! Weiter geht es martialisch abgroovend, hochenergisch schleifend und erbarmungslos dreschend. Aber immer vollauf kontrolliert und vor allem abgerundet zu Ende gedacht. Shouter und Bandkopf Zoltán ‚Zoli‘ Farkas würde bekanntlich für diese Band sterben, und genau so brüllt und grummelt er die neuen Nummern auch in die verdorbene Welt hinaus - echter, tiefer, selbstloser und damit zweckdienlicher geht es nicht. Auch der umwerfend klotzende Titelsong, ein gelungen inszenierter Abrissbirnen-Mix aus neueren Sepultura- und Machine Head-Merkmalen, altbewährten Pantera-Eruptionen und eben triumphalen Ektomorf in Reinkultur, kanoniert sich direkt in die Magengrube, auch lyrisch. Die Rhythmussektion des beständigen Trupps präsentiert sich auf „Fury“ immer in absoluter Hochform. Diese neue Hammerscheibe kommt doch gerade recht, um damit die eigene Kompromisslosigkeit gebührend zu feiern. Gegründet 1994, darf Stehaufmännchen Zoli sich nämlich demnächst über das 25-jährige (!) Bestehen des Bandnamens freuen, zusammen mit den drei neu rekrutierten Frischlingen in seinem Zornquartett.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2018.
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