CD-Rezension / Review / Kritik

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astari nite stereo waltz

Astari Nite
„Stereowaltz“
(Danse Macabre/Alive)
Hurra, es gibt sie noch: Neue Alben zwischen Goth, Wave, Dance und Alternative Rock, die zünden wie die Hindenburg beim Landeanflug auf Lakehurst. Alben, bei denen sich vom ersten Gitarrenlauf an jenes spezielle Wellnessgefühl einstellt, das nur eine perfekte Mischung aus Eingängigkeit, schwebendem Druck und melancholischem Gitarrenhall auslösen kann. Mit „Stereowaltz“ geht die Sonne im Herzen auf, kein Wunder, stammen Astari Nite doch aus Florida, was sie aber nicht davon abhält, wie am Fließband Hymnen für schwarze Seelen zu kreieren. Mychael Ghost und seine Mitstreiter haben verinnerlicht, woran in letzter Zeit leider viele gescheitert sind: Ohne anständiges Material keine großen Emotionen. „Stereowaltz“ enthält gute Songs, hervorragende Songs und Über-Songs: Das unverschämt tanzbare „Pyramids“, das schmachtende „Coven“, das ergreifende „Prayer For Lovers“. Wäre Stefan Raab einer von uns, er würde „sensationell“ skandieren. Ein Album proppenvoll mit Ingredienzien, welche die schönste Ära des Gitarren-Waves wieder aufleben lassen: Kitchens Of Distinction, The Chameleons, Pink Turns Blue. Mit dieser Scheibe gehören die Autoradios auf dem Weg zu den diesjährigen Festivals bestückt, ihr werdet sehen: Leipzig oder Hildesheim lagen noch nie so nah. Geniestreich einer Band, die es zu lieben gilt. Soweit das Edikt eines bereits Verliebten.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2014.

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