CD-Rezension / Review / Kritik

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Autumn Chandelier CD Cover

Autumn „Chandelier“

(Sett Records)
In der Hochzeit der Heavenly Voices in den 90er Jahren war es nicht nur das deutsche Label Hyperium, welches einen Löwenanteil der angesagten Künstler beherbergte, auch Tess Records in den Vereinigten Staaten, die jedoch die eher rockig-sphärischen Bands unter ihre Fittiche nahmen, spielte eine beachtliche Rolle. Neben den zweifellos legendären Faith And The Muse waren es vor allem Autumn aus Minnesota, die mit ihrem '96er Debüt „The Hating Tree“ ein wichtiges Stück Labelgeschichte schrieben. Produziert von Tausendsassa William Faith enthielt dieser kleine Meilenstein unvergleichliche Hymnen wie „How It Came To Be This Way“, „Seconds“ oder „Desert Winds Of Jezebel“, die bis heute nichts, aber auch gar nichts, von ihrem Charme eingebüßt haben. Nach 18 (!) Jahren kehren Autumn nun zurück – in Originalbesetzung und erneut mit William Faith hinter den Reglern –, und schließen tatsächlich haargenau da an, wo sie mit ihrem zweiten Longplayer „Return To The Breath“ anno 2000 aufhörten. Klassischer 90ies US-Goth trifft auf Ethereal Wave, wundervolle Flanger-Gitarren auf Julie Plantes immer noch sehr präsente Stimme, sphärische Keyboardflächen auf sonore Basslines. Einziger Wermutstropfen sind die mitunter recht saft- und kraftlos klingenden Drums, die an sich schon starke Songs wie „The Maiden’s Child“, „Away“ und „Shadow Girl“ in einem satteren Mixing und Mastering sicherlich noch opulenter hätten klingen lassen. Was jetzt noch fehlt? Das seit über zwanzig Jahren überfällige Deutschland-Livedebüt des US-Trios. Aber sowas von. Welcome back, Autumn!
Thomas Thyssen

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2018.
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Thursday the 16th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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