CD-Rezension / Review / Kritik

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Bohren Der Club Of Gore Bohren For Beginners CD Cover

Bohren & Der Club Of Gore „Bohren For Beginners“

(PIAS/Rough Trade)
Die Zeit rast – eine Floskel, die man im Zusammenhang mit Bohren & Der Club Of Gore und ihrer Zeitlupenmusik selten anbringt. Aber sie rast tatsächlich; wer hätte denn bitte gedacht, dass die lichtscheuen Herren aus Mülheim/Ruhr (plus Saxophon-Nachzügler Christoph Clöser aus Köln) in Kürze ein viertel Jahrhundert aktiv sind? Zur Feier dieses runden Geburtstags stehen nicht nur Vinyl Re-Issues der Überalben „Sunset Mission“ und „Black Earth“ sowie der „Geisterfaust“ an, sondern auch diese Compilation im Doppel-CD-Format. Zwar bietet sie eingefleischten Bohristen mit lediglich einem unveröffentlichten Track („Der Angler“) kaum Kaufanreize; die Zielgruppe der Neueinsteiger erhält jedoch einen komprimierten Überblick über das Schaffen der Band mit Schwerpunkt auf der Zeit ab „Sunset Mission“ (2000) und somit eine Vorstellung davon, was passiert, wenn Slayer und Sade kollidieren: Mord, Totschlag und Zombieapokalypse – mittels minimaler Jazz-Instrumentierung als große Verbeugung vor Angelo Badalamenti im einstelligen BPM-Bereich inszeniert. Musikgewordene Blutflecken auf Samtkissen.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2016.
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