CD-Rezension / Review / Kritik

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ADULT. Detroit House Guests CD Cover

ADULT. „Detroit House Guests”

(Mute/GoodToGo)
„Gäste haben ist ein Jumbo-Pläsier”, wusste schon Max Goldt. Der Ansicht waren offenbar auch ADULT. aus Detroit – statt vier Jahre nach ihrem letzten Album „The Way Things Fall“ die Dinge wieder komplett alleine in die Hand zu nehmen, luden sich Nicola Kuperus und Adam Lee Miller tatkräftigen beziehungsweise stimmgewaltigen Besuch ein. Und der umfasst immerhin so große Namen wie Douglas McCarthy, Swans-Frontmann Michael Gira oder Shannon Funchess von Light Asylum. Das Spektrum von „Detroit House Guests“ ist also beachtlich: Wähnt man sich auf den ersten drei Stücken auf einer ambienten Electronica-Veranstaltung, ziehen ADULT. mit der Zeit die Schrauben immer fester an. Trotz McCarthys Vocals erinnert „We Are A Mirror“ etwa an die analog rumpelnden Electroclash-Anwandlungen des Duos auf Platten wie „Anxiety Always“, Funchess thront mit dunklem, gewaltigem Organ über dem Electro-Brecher „We Chase The Sound“, und wenn der Nitzer Ebb-Frontmann noch einmal ran darf, entpuppt sich „They’re Just Words“ sogar als aufgeräumter Synth-Boogie mit Anschluss an den The Chemical Brothers-Klassiker „Do It Again“. Mit der österreichischen Thereministin Dorit Chrysler, der Multimedia-Künstlerin Lun*na Menoh und Lichens-Mastermind Robert Aiki Aubrey Lowe wird es dagegen experimenteller und abenteuerlicher – und so schwankt „Detroit House Guests“ beständig zwischen fortgeschrittener Body-Music, spitzfindigem Electro-Pop und planvoller Klanginstallation. Und darf uns gerne wieder beehren.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2017.
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