CD-Rezension / Review / Kritik

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11 Grams Panacea CD Cover

11 Grams „Panacea”

(EK Product)
Treffen sich ein Australier und ein Ami und gründen eine Band. Weil beide schon Musik machen - der eine mit Retrogramme, der andere mit Project K11 - fusionieren sie nicht nur die Bandnamen, sondern auch ihre Musik. Voilà, 11 Grams und das Debüt „Panacea“. Soweit die Kurzform. In der Langfassung bedeutet die Kooperation von Rob Early und Simeon Fitzpatrick den Zusammenschluss elektronischer Vorlieben und dystopischer Visionen, die musikalisch eher rückwärtsgewandt ins ferne Jahr 2045 schauen. Denn für diesen Zeitpunkt wird die Wachablösung der Maschinen über den Menschen prophezeit. 11 Grams fangen diese Thematik mit vielschichtigem Breitwandsound ein, der bei den besten Tracks „Immortal“, „Machine Malfunction“ und „Visions“ am ehesten mit der Machart einer Band wie Front Line Assembly zu vergleichen ist. Dass die beiden an die kanadischen Altmeister aber dennoch nicht heranreichen, liegt daran, dass sie in den meisten anderen ihrer insgesamt zwölf Tracks gerne mal eine Abzweigung nehmen, die entweder zur völligen Soundüberfrachtung oder in die Belanglosigkeit führt. Diese qualitativen Schwankungen führen dazu, dass 11 Grams schnell wieder in Vergessenheit geraten könnten, was angesichts des vorhandenen Potenzials allemal schade wäre.
Marc Urban

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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