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Saltatio Mortis Brot und Spiele

Saltatio Mortis „Brot und Spiele“

(Vertigo/Universal)
Der aktuelle Nachfolger zum ebenso erfolgreichen wie gegensätzlich diskutierten „Zirkus Zeitgeist“-Album zeigt die Mittelalter Rocker erneut auf ansteckend gut gelauntem, aber auch keck-sozialkritischem bis textlich kontroversem Kurs. Sofort aktiv in die Bewegungsmotorik gehende Stücke wie „Ich werde Wind“ offenbaren, dass Saltatio Mortis ihr Rhythmusgefühl und den Sinn für Eingängig-griffiges vertiefen konnten. Die beachtlich flüssig zu einer stabilen Symbiose vermengte Rezeptur aus kernig-rockigen Grundpfeilern, enorm selbstbewusster und identitätsreich erhobener Dudelsack-Gleichberechtigung mitsamt den ausgefeilten Gesanglinien von Alea verfolgen den seit Jahren gefahrenen Kurs der Karlsruher geradlinig, aber mit einer lebensvollen Frische. Zu letzterer tragen neben betont harmonischen Liedstrukturen - die bisweilen an den bewährten Hitsound der Toten Hosen erinnern -, und deren hymnischen Aufbauten auch Einwürfe von Bouzouki und Drehleier bei. Loslösende Mitsingmomente lösen sich auf der ganzen Scheibe in schöner Regelmäßigkeit ab, wie in „Europa“ mustergültig demonstriert wird. Besonders saftig und kantig abgerockt wird mit dem Titelsong, einem effizienten Stampfer und garantierter Live-Granate mit aufweckender Lyrik. Balladeskes, dass bis zum offenherzig inszenierten und einnehmenden Gefühlskino reicht, ist auf „Brot und Spiele“ ebenso mit dabei wie punkig-übermütig hochgefeuerte Partyraketen in „Nie wieder Alkohol“.
Markus Eck


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Lest in unserer neuen Ausgabe 09-2018 das Interview mit Lasterbalk, in welchem wir nicht nur über das neue Album sprachen, sondern auch über Kofferpacken und die Tücken subjektiver Wahrnehmung.

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