Drucken
actors it will come to you

Actors „It Will Come To You“

(Artoffact/Cargo)
Was kommt nach Post-Punk? Richtig: Post-Post-Punk. Zumindest wird mit diesem mehr oder weniger ungelenken Begriff oft versucht, den Sound von Actors aus Vancouver in Worte zu fassen – es empfiehlt sich stattdessen also, das erste Album des Quartetts um Jason Corbett selbst in Ohrenschein zu nehmen. Das dürfte nämlich eine mehr als lohnende Angelegenheit für alle sein, die – ja doch – Post-Punk mit düster-poppiger Achtziger-Schlagseite favorisieren. Und beginnt „I Will Come To You“ bewölkt französelnd mit der Single „L’Appel Du Vide“, ist das alles andere als eine hohle Sache: Potenziell drohende Leere füllt der Vierer schnell mit sirrender Synthie-Grundierung, raumgreifendem Gesang und unterschwelliger Power. Dabei ist der Vorabtrack nebst der B-Seite „Crystal“ noch nicht einmal der stärkste Song: Am besten sind Actors, wenn sie das Tempo anziehen und in „Slaves“ eine dynamische Bassfigur oder bei „Face Meets Glass“ eine zersplitternde Gitarre in den Mittelpunkt stellen. Auch Keyboarderin Shannon Hammett kommt im voluminösen Sound von „It Will Come To You“ eine Schlüsselrolle zu, wenn sie Uptempostücke wie „Bury Me“ mit elektronischer Wucht aufbohrt und Actors mit Macht auf die gleiche Tanzfläche drängen wie einst die Kalifornier Veil Veil Vanish oder die britischen Glam-Indiepopper White Rose Movement. „We Don’t Have To Dance“, orakeln die Kanadier an einer Stelle – das könnte ihnen so passen.
Thomas Pilgrim




Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Wednesday the 12th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©