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editors in dream album cover

Editors
„In Dream“
(PIAS/Rough Trade)
Editors verraten vorab ungern etwas über ihre Platten. Und wenn sie es doch tun, ist man erst mal so schlau wie zuvor. Der zeitlupenartige Synthie-Schleicher „No Harm“ als Appetizer, danach die wenig stromlinienförmige Krautrock-Hymne „Marching Orders“ – Fans der ersten Stunde rümpften da genauso die Nase wie beim chromgleißenden Electro-Popper „Life Is A Fear“. Trotzdem gilt: Wer nicht bereit ist, sich auf Editors-Songs einzulassen, hat sie auch nicht verdient. Alle anderen werden reich belohnt. Etwa mit dem großangelegten Midtempo von „Salvation“, dem wundervoll akzentuierten „Forgiveness“ sowie mit analoger Früh-Elektronik, stampfendem Disco-Punk samt Blümchen im Knopfloch und außerdem durchgängig tollem Songwriting. Kritiker des Vorgängers „The Weight Of Your Love“ werden außerdem aufatmen: Auf „In Dream“ ist es wieder dunkler. Vor allem, wenn „All The Kings“ zu abgeschnittenen Dance-Fanfaren die Einsamkeit feiert oder „Our Love“ in den ersten Takten wie Hot Butters „Popcorn“ wirkt. Spröde und melancholisch wird es in „The Law“, wo sich Tom Smith und Rachel Goswell von Slowdive in einer Art ätherischem Zwiegespräch befinden – ein Highlight eines großartigen Albums, das tatsächlich ziemlich nahe ans Meisterwerk „In This Light And On This Evening“ heranrückt, aber nicht dessen schattige Verzweiflung teilt. Muss auch gar nicht sein – man kann schließlich nicht den ganzen Tag mit dem Kopf gegen die Wand rennen. Obwohl: Würde währenddessen „In Dream“ laufen, wäre eventuell sogar darüber zu verhandeln.
Thomas Pilgrim
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„In Dream“ Album-Stream:




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