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camouflage greyscale cover

Camouflage
„Greyscale“
(Bureau B/Indigo)
Wenn es mal wieder etwas länger dauert – genauer gesagt neun Jahre – dann könnte es sich um das neue Camouflage-Album handeln. Aber veröffentlichen Marcus Meyn, Heiko Maile und Oliver Kreyssig eine neue Platte, soll eben alles bis ins kleinste Detail seine Richtigkeit haben. Und dass das der Fall ist, deutet bereits „Shine“ an, die aufgeräumte Vorabsingle mit der Harmonie, die man allenfalls mit dem Korkenzieher wieder aus dem Ohr bekommt. Der Rest von „Greyscale“ schleicht sich mit Ausnahme des fidelen Uptempos von „Misery“ eher hinterrücks an – aber das ist ja nichts Neues bei Camouflages so detailfreudiger wie melancholischer elektronischer Popmusik. Klar, dass Gastsänger Peter Heppner aus der Menge an tollen Songs einen der besten rausgepickt hat und sich auf „Count On Me“ ein hinreißendes Duett mit Marcus Meyn liefert. Das restliche Material hält die hohe Qualität, lässt brillante Melodiebögen über omnipräsenter Schwermut erstrahlen und hat kaum noch etwas von Synthie-Pop im knuffigen Sinne des Wortes. Selbst gegen Ende haben Camouflage mit dem gedrückten Klavierlauf und den wiederholt anrollenden, leicht verbreakten Beats von „If“ noch ein spätes Highlight in der Hinterhand, ehe „Greyscale“ mit dem sehnsuchtsvollen „I’ll Find“ einen würdigen Abschluss findet. Diese Grautöne verbreiten kein Trübsal, sondern funkeln vielmehr in vielen brillanten Facetten. Aber Vorsicht: Wer jetzt alberne „50 Shades Of Grey“-Witze macht, muss „The Great Commandment“ rückwärts singen.
Thomas Pilgrim
Videoclip Vorabsingle "Shine":




www.camouflage-music.com

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