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Erstellt am Donnerstag, 16. Juni 2016
rammstein berlin 2016

Rammstein: Albumverbot für rechtswidrig erklärt / Bundesrepublik schadenersatzpflichtig

Ein langer Rechtsstreit liegt aufgrund der Indizierung des 2009 erschienenen Albums „Liebe ist für alle da“ hinter Rammstein und deren Plattenfirma. Gewaltschilderungen und explizite Inhalten im Booklet führte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften zu dem Ergebnis, das Album würde „Kinder und Jugendliche zu einem Empathieverlust zu führen und sie den Leiden anderer gegenüber gleichgültig werden zu lassen.“

Der Vertrieb von „Liebe ist für alle da“ wurde eingestellt, Rammsteins Plattenfirma zog unter Beibringen von Expertisen und Gutachten vor das Verwaltungsgericht Köln. Das Ergebnis des dortigen Prozesses gab der Kultband recht: Die übersteigerten, teils surrealen Gewaltdarstellungen seien ein künstlerisches Stilmittel. Das Album gehöre damit nicht auf den Index.

Nun hat die erste Bonner Zivilkammer geprüft, ob Rammstein der geforderte Schadenersatz von knapp 70.000 € für die Verluste aus fehlenden CD-Verkäufen zustehen würde. Der zuständige Richter schlug vor, dass die Bundesrepublik Deutschland 15.000 € Schadenersatz zahlen solle. Ebenso solle sie eine Erklärung abgeben, dass der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ein Fehler unterlief, als sie die CD auf den Index setzte.

Rammsteins Anwalt erklärte, dass der Band viel mehr an der Erklärung seitens der Bundesrepublik liege als am Geld. Ob diese nun tatsächlich abgegeben wird, bleibt abzuwarten. Beide Streitparteien haben einen Monat Zeit, über den Vorschlag des Richters nachzudenken. Kommt es zu keiner Einigung, muss das Bonner Gericht ein Urteil sprechen.


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